Logo des Württembergischen Landessportbund e.V.

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Die Nachhaltigkeitsprojekte der Sportvereine

Nachhaltigkeit hat viele Facetten und Handlungsfelder. Jedes einzelne lohnt sich für euren Verein, eure Mitglieder und natürlich die Umwelt. In unseren sechs Nachhaltigkeitsrubriken könnt ihr euch Anregungen von Projekten holen, die andere Sportvereine in Württemberg bereits umgesetzt haben. Von aktivem Klimaschutz bis gesellschaftlichem Zusammenhalt, von Müllvermeidung bis Blumenwiesen reicht die Palette.

Unsere Sammlung soll euch aber nicht nur Impulse geben, sondern auch ganz konkrete Informationen vermitteln. Was waren die Herausforderungen? Was hat es gekostet? Gab es Fördermittel? usw. Und wenn euch ein Projekt näher interessiert, nehmt einfach Kontakt mit dem jeweiligen Sportverein.

Also: Schaut euch in unserer Projektsammlung um und lasst euch inspirieren – für mehr Nachhaltigkeit in eurem Verein!

svp

Verantwortlich: Sportverein Pfahlheim 1947 e.V.

Projektbeschreibung:

Bei Veranstaltungen, Spieltagen und im laufenden Vereinsbetrieb nutzte der SV Pfahlheim bislang mehrere Kühlschränke sowie eine Kühltheke, um Lebensmittel und Getränke zu lagern. Mit dem Neubau eines zentralen Kühlraums wurde diese dezentrale Lösung durch eine deutlich energieeffizientere Alternative ersetzt.

Der im April 2025 in Betrieb genommene Kühlraum wurde größtenteils durch den vereinseigenen Bautrupp realisiert. Eine hochwertige Dämmung sowie ein modernes Kühlaggregat sorgen für einen geringeren Stromverbrauch und eine konstante Kühlleistung. Gleichzeitig verbessert die neue Lösung die Lagerung von Lebensmitteln durch eine gleichmäßige Temperaturführung, bessere Luftzirkulation und eine erleichterte Reinigung.

Neben den ökologischen Vorteilen profitieren auch die Arbeitsabläufe im Vereinsheim: Der Wartungsaufwand sinkt, die Organisation bei Veranstaltungen wird vereinfacht und Lebensmittel können zentral gelagert werden. Perspektivisch plant der Verein zudem die Installation einer Photovoltaikanlage, um den Strombedarf des Kühlraums künftig zu einem großen Teil mit selbst erzeugtem Solarstrom zu decken.

 

sks

Verantwortlich: SportKultur Stuttgart e.V.

Projektbeschreibung:

Mit dem Neubau eines nachhaltigen und barrierefreien Sportvereinszentrums (SVZ) hat die SportKultur Stuttgart einen zukunftsweisenden Mittelpunkt für ihr Vereinsleben geschaffen. Ausgangspunkt war die Fusion mehrerer Vereine, wodurch zahlreiche sanierungsbedürftige und energetisch ineffiziente Sportanlagen übernommen wurden. Folglich wurden schrittweise bestehende Gebäude modernisiert, Heizungen ausgetauscht und ein Sportgelände veräußert, um die finanziellen Voraussetzungen für ein zentrales Vereinszentrum zu schaffen.

Der Bau des neuen SVZ erfolgte zwischen Juli 2024 und Oktober 2025 und konnte sowohl im Zeit- als auch im Kostenplan abgeschlossen werden – eine bemerkenswerte Leistung bei einem Bauprojekt dieser Größenordnung. Seit der Eröffnung im November 2025 dient das Gebäude als neuer Treffpunkt für Sport, Begegnung und Vereinsleben.

Bei Planung und Bau wurde konsequent auf Nachhaltigkeit gesetzt. Das Gebäude entstand in ressourcenschonender Holzhybridbauweise und wird über Wärmepumpen beheizt. Eine Photovoltaikanlage erzeugt klimafreundlichen Strom direkt auf dem Dach, sämtliche Dachflächen wurden begrünt und tragen zur Verbesserung des Mikroklimas bei. Im Innen- und Außenbereich kamen nachhaltige Materialien wie natürliche Korkböden zum Einsatz. Ergänzt wird das Konzept durch Ladepunkte für Pkw und Fahrräder sowie eine öffentlich zugängliche Calisthenics-Anlage, die auch der Bevölkerung außerhalb des Vereins offensteht.

Darüber hinaus wurde das gesamte Gebäude barrierefrei geplant und umgesetzt. So profitieren Menschen aller Altersgruppen und mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen von einem modernen und inklusiven Sportangebot.

 

rsvs

Verantwortlich: Radsportverein Stuttgart-Vaihingen 1901 e.V.

Projektbeschreibung:

Viele Trainingslager im leistungsorientierten Radsport finden traditionell in südlichen Regionen Europas statt und sind mit Flugreisen, Mietfahrzeugen sowie Hotelaufenthalten verbunden. Der RSV Stuttgart-Vaihingen hat diesen Ansatz bewusst hinterfragt und mit dem „Trainingslager drhoim“ eine nachhaltige Alternative entwickelt.

Anstelle einer Reise ins Ausland findet die Saisonvorbereitung vollständig in der Heimatregion statt. Ausgangspunkt aller Trainingseinheiten ist das vereinseigene Vereinsheim, das als Treffpunkt, Gemeinschaftsraum und Übernachtungsmöglichkeit dient. Die Anreise erfolgt mit dem Fahrrad, wodurch Flugreisen und weitere verkehrsbedingte Emissionen vollständig entfallen.

Das Vereinsheim bietet mit Küche, Aufenthaltsraum und Sanitäranlagen die notwendige Infrastruktur für ein mehrtägiges Trainingslager. Gemeinsam werden regionale Lebensmittel eingekauft, Mahlzeiten zubereitet und Trainingseinheiten organisiert. Übernachtet wird unkompliziert auf Feldbetten oder Isomatten. Dadurch entsteht ein besonderes Gemeinschaftserlebnis, das den Zusammenhalt innerhalb des Vereins stärkt.

Neben der deutlichen Reduzierung der CO₂-Emissionen verbessert das Konzept auch die soziale Nachhaltigkeit. Da Kosten für Flüge, Hotels oder Mietfahrzeuge entfallen, können alle Mitglieder unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten teilnehmen. Das Projekt wird mittlerweile zum fünften Mal durchgeführt und hat sich als fester Bestandteil der Saisonvorbereitung etabliert.

 

tvr

Verantwortlich: Turnverein Ratingen 1865 e.V.

Projektbeschreibung:

Nachhaltigkeit soll im Turnverein Ratingen nicht von einzelnen Projekten oder engagierten Personen abhängen, sondern dauerhaft Teil der Vereinsentwicklung sein. Deshalb hat der Verein ein strategisches Nachhaltigkeitsmanagement aufgebaut, das ökologische, soziale und wirtschaftliche Verantwortung systematisch in die Vereinsarbeit integriert.

Ein zentraler Baustein ist die Gründung einer vereinsinternen Nachhaltigkeits-AG, die Nachhaltigkeitsthemen koordiniert, Maßnahmen entwickelt und deren Umsetzung begleitet. Um den langfristigen Stellenwert des Themas zu sichern, wurde Nachhaltigkeit zudem als Vereinsziel in der Satzung verankert.

Als Grundlage für die weitere Entwicklung führte der Verein gemeinsam mit der Hochschule Bochum eine umfassende Wesentlichkeitsanalyse durch. Dabei wurden Mitglieder und weitere Anspruchsgruppen eingebunden, um die wichtigsten Nachhaltigkeitsthemen des Vereins entlang der ESG-Bereiche (Umwelt, Soziales und Vereinsführung) zu identifizieren und zu priorisieren.

Die Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Hochschule Bochum und DKV Mobility. Ergänzend wurde eine Masterarbeit erstellt, die den strategischen Nachhaltigkeitsansatz wissenschaftlich untersuchte und praxisnah weiterentwickelte.

Aus dem strukturierten Vorgehen entstehen kontinuierlich konkrete Maßnahmen in den Bereichen Ressourcenmanagement, Mobilität, Vereinsentwicklung und gesellschaftliche Verantwortung. Gleichzeitig dient der entwickelte Ansatz als Orientierung für andere Sportvereine, die Nachhaltigkeit langfristig in ihrer Organisation verankern möchten.

Für dieses strategische Gesamtkonzept wurde der Turnverein Ratingen 2024 beim Wettbewerb WestDerby Zukunft in der Kategorie „Große Sportvereine“ mit dem 1. Platz ausgezeichnet.

 

tcslm

Verantwortlich: TC Sulmtal e.V.

Projektbeschreibung:

Wie bei vielen Tennisvereinen sind auch beim TC Sulmtal die technischen Anlagen zur Beheizung und Warmwasserbereitung in die Jahre gekommen. Die bisherige Öl-Heizungsanlage war für den tatsächlichen Bedarf während der Tennissaison überdimensioniert und arbeitete entsprechend ineffizient.

Da Warmwasser im Vereinsheim hauptsächlich während der Freiluftsaison von Mai bis September benötigt wird, entschied sich der Verein für eine neue Lösung: Seit 2025 liefert die vereinseigene Photovoltaikanlage den Strom für die Erwärmung des Duschwassers.

Herzstück des Systems ist ein neuer 300-Liter-Warmwasserspeicher, der über zwei elektrische Heizstäbe mit jeweils 3 kW Leistung verfügt. Gesteuert wird die Anlage durch ein intelligentes Energiemanagement, das den selbst erzeugten PV-Strom gezielt für die Warmwasserbereitung nutzt. Trotz des kleineren Speichervolumens und der deutlich geringeren Heizleistung gegenüber der früheren Ölheizung steht auch an Spieltagen mit mehreren Begegnungen jederzeit ausreichend warmes Duschwasser zur Verfügung.

Zusätzlich kann die Photovoltaikanlage über den erforderlichen Internetanschluss jederzeit aus der Ferne überwacht werden.

 

marchtal

Verantwortlich: FC Marchtal e.V.

Projektbeschreibung:

Vereinskleidung begleitet viele Sportlerinnen und Sportler oft nur für kurze Zeit. Gerade Kinder und Jugendliche wachsen schnell aus Trainingskleidung heraus, obwohl diese meist noch in einem sehr guten Zustand ist. Gleichzeitig benötigen andere Vereinsmitglieder genau diese Artikel neu oder in einer anderen Größe.

Um diese vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen, hat der FC Marchtal eine vereinsinterne digitale Artikelbörse entwickelt. Über die webbasierte Plattform können Mitglieder gebrauchte Vereinsartikel wie Trainingskleidung, Trikots oder weitere Ausrüstungsgegenstände einfach fotografieren, mit einer kurzen Beschreibung versehen und zum Tausch oder Verkauf anbieten.

Die Plattform wurde bewusst einfach und benutzerfreundlich gestaltet, sodass die Einstiegshürde möglichst gering ist. Nach dem Start wurde die Artikelbörse über die vereinseigenen Kommunikationskanäle bekannt gemacht und kontinuierlich anhand des Feedbacks der Mitglieder weiterentwickelt.

Bereits kurz nach der Einführung konnten erste Vereinsartikel erfolgreich weitergegeben werden. Insbesondere Eltern nahmen das Angebot sehr positiv auf. Die Artikelbörse trägt dazu bei, Vereinskleidung länger im Umlauf zu halten, Anschaffungskosten zu reduzieren und gleichzeitig die Gemeinschaft innerhalb des Vereins zu stärken.

 

svste

Verantwortlich: Sportverein Steinhausen/Rottum 1931 e.V.

Projektbeschreibung:

Der SV Steinhausen verfolgt das Ziel, seine Sportanlage kontinuierlich energieeffizienter und nachhaltiger zu gestalten. Bereits im Jahr 2023 begann daher die Planung zur Erneuerung der bestehenden Flutlichtanlage und zur Umstellung auf moderne LED-Technik.

Die Umsetzung erforderte umfangreiche Vorarbeiten und Abstimmungen, unter anderem im Bereich der Baugenehmigung sowie bei der Beantragung von Fördermitteln und Bundeszuschüssen. Aufgrund dieser bürokratischen Anforderungen verzögerte sich die Realisierung des Projekts, sodass die neue Flutlichtanlage Anfang 2025 installiert und in Betrieb genommen werden konnte.

Um die Investitionskosten möglichst gering zu halten, übernahmen Vereinsmitglieder zahlreiche Arbeiten in Eigenleistung. Insbesondere das Verlegen von Kabeln sowie weitere vorbereitende Tätigkeiten wurden durch ehrenamtliches Engagement durchgeführt.

Mit der neuen LED-Flutlichtanlage verfügt der Verein nun über eine moderne, leistungsfähige und energieeffiziente Beleuchtungslösung. Neben einer deutlich verbesserten Lichtqualität profitieren Sportlerinnen und Sportler von optimalen Trainings- und Spielbedingungen bei gleichzeitig deutlich reduziertem Energieverbrauch.

Berechnungen zeigen, dass durch die Umstellung jährlich rund 5.600 kWh Strom eingespart werden können. Über einen Zeitraum von 20 Jahren entspricht dies einer CO₂-Einsparung von etwa 49 Tonnen. Bereits im ersten Betriebsjahr konnten die Stromkosten um mehr als 30 Prozent reduziert werden.

 

ilshofen

Verantwortlich: TSV Ilshofen 1862 e.V.

Projektbeschreibung:

Mit dem Bau einer Freilufthalle hat der TSV Ilshofen eine nachhaltige und zukunftsorientierte Sportstätte geschaffen, die auf bereits vorhandenen Sportflächen realisiert wurde. Ausgangspunkt des Projekts waren zwei rund 50 Jahre alte Tennisplätze auf dem Vereinsgelände, die über mehrere Jahre nicht mehr genutzt wurden. Anstatt die Flächen zurückzubauen oder ungenutzt zu lassen, entschied sich der Verein für eine innovative Umnutzung und schuf eine moderne Trainings- und Bewegungsfläche für den Vereins- und Breitensport.

Die Freilufthalle wurde bewusst ressourcenschonend konzipiert. Die offene Bauweise kommt vollständig ohne Heizung sowie Wasser- und Sanitäranschlüsse aus. Dadurch werden sowohl der Energieverbrauch als auch die laufenden Betriebs- und Wartungskosten dauerhaft minimiert. Gleichzeitig ermöglicht die Anlage eine witterungsunabhängige und ganzjährige Nutzung für verschiedene Sportarten und entlastet die bestehende Großsporthalle erheblich.

Ein besonderer Fokus lag auf der nachhaltigen Nutzung vorhandener Ressourcen. Die Halle wurde auf den bestehenden Tennisplätzen errichtet, sodass keine zusätzliche Flächenversiegelung notwendig war. Für die Außenanlagen kamen gebrauchte Pflastersteine aus Baumaßnahmen der örtlichen Grundschule zum Einsatz. Darüber hinaus wurden ausgemusterte Straßenlaternen der Stadt übernommen und rund um die Anlage wiederverwendet. Ergänzt wird das Konzept durch eine Photovoltaikanlage auf dem Hallendach, die einen Beitrag zur klimafreundlichen Stromerzeugung leistet.

Die Umsetzung des Projekts wurde durch das Engagement von mehr als 70 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unterstützt und zeigt beispielhaft, wie bestehende Infrastruktur nachhaltig weiterentwickelt und an aktuelle Bedarfe angepasst werden kann.

 

kvu

Verantwortlich: Kraftsportverein 1906 Untertürkheim e.V.

Projektbeschreibung:

Der Kraftsportverein 1906 Untertürkheim (KVU) verfolgt das Ziel, den Energieverbrauch seines Vereinsheims nachhaltig zu gestalten und fossile Energieträger konsequent zu ersetzen. Ein wichtiger Baustein dieser Strategie war zunächst die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Vereinsheims.

Bereits im Jahr 2020 wurde dort eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 62 kWp errichtet. Die Besonderheit: Die Anlage wurde von einem externen Investor finanziert und betrieben. Der KVU stellt die Dachfläche zur Verfügung und kann den erzeugten Solarstrom direkt vor Ort zu günstigen Konditionen beziehen. Dieses Modell ermöglichte die Nutzung erneuerbarer Energien ohne hohe Eigeninvestitionen und schuf gleichzeitig die Grundlage für weitere Klimaschutzmaßnahmen.

Im Rahmen einer umfassenden Generalsanierung des Vereinsheims in den Jahren 2024 und 2025 wurde die Energieversorgung konsequent weiterentwickelt. Die bisherige Gasheizung wurde vollständig durch eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzt. Die installierte Anlage deckt einen Leistungsbereich von 10 bis 50 kW ab und erreicht Vorlauftemperaturen von bis zu 70 °C. Dadurch konnte das bestehende Heizkörpernetz weiterhin genutzt werden, ohne umfangreiche Umbauten an der Heizungsinfrastruktur vornehmen zu müssen.

Ergänzt wird das System durch zwei Pufferspeicher mit jeweils 1.000 Litern Fassungsvermögen sowie neue Heizkörper im Veranstaltungsbereich. Ein Teil des für die Wärmepumpe benötigten Stroms stammt direkt aus der vereinseigenen Photovoltaikanlage. Dadurch entsteht ein nachhaltiges Gesamtsystem aus erneuerbarer Stromerzeugung und klimafreundlicher Wärmeversorgung.

Die Photovoltaikanlage erzeugt jährlich rund 59.000 kWh Strom und spart dadurch etwa 22 Tonnen CO₂ pro Jahr ein. Durch den Ersatz der Gasheizung werden zusätzlich rund 11 Tonnen CO₂ jährlich vermieden. Insgesamt reduziert der Verein seine Emissionen um etwa 30 bis 35 Tonnen CO₂ pro Jahr – vergleichbar mit den durchschnittlichen Jahresemissionen von rund 15 bis 17 Mittelklassefahrzeugen.

Mit der Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe zeigt der KVU, wie auch kleinere Vereine ihre Energieversorgung wirtschaftlich und klimafreundlich gestalten können.

 

svht

Verantwortlich: Sportverein Hohentengen 1948 e.V.

Projektbeschreibung:

Der SV Hohentengen verfolgt seit vielen Jahren das Ziel, seine Sportanlage energieeffizient, ressourcenschonend und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Statt auf Einzelmaßnahmen zu setzen, verfolgt der Verein einen langfristigen Modernisierungskurs, bei dem ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Vernunft Hand in Hand gehen.

Ein wichtiger Meilenstein war die Erneuerung der Flutlichtanlage. Die bisherige Anlage war rund 40 Jahre alt, entsprach nicht mehr den Anforderungen eines zeitgemäßen Trainings- und Spielbetriebs und verursachte einen hohen Stromverbrauch. Nach einer umfassenden Beratung und Fördermittelakquise entschied sich der Verein 2020 für die Umrüstung auf moderne LED-Technik.

Im August 2021 wurden die neuen Flutlichtanlagen installiert und in Betrieb genommen. Im Zuge der Maßnahme mussten zudem zwei Flutlichtmasten ersetzt werden, da diese für die neue Beleuchtungstechnik nicht ausreichend dimensioniert waren. Die Investitionskosten beliefen sich auf rund 60.000 Euro. Durch Fördermittel von Bund, Gemeinde und WLSB konnten Zuschüsse von rund 30.000 Euro eingeworben werden.

Die Flutlichtmodernisierung ist Teil einer längeren Liste an Maßnahmen des Vereins. Bereits 2010 wurde auf dem Dach des Sportheims eine Photovoltaikanlage installiert, die jährlich 27.000 kWh Strom produziert. Somit erzeugt die Anlage bis heute deutlich mehr Strom als der Verein inklusive Vereinsgaststätte selbst verbraucht. Seit der Inbetriebnahme konnten dadurch rund 274 Tonnen CO₂ eingespart werden.

Auch beim Thema Bewässerung setzt der SV Hohentengen seit über 25 Jahren auf nachhaltige Lösungen. Dank eines bestehenden Brunnenrechts werden die Sportplätze mit Grundwasser bewässert, wodurch kein wertvolles Trinkwasser eingesetzt werden muss. Das entnommene Wasser wird dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt.

Ein weiterer wichtiger Schritt erfolgte 2024 mit dem Anschluss der Heizungs- und Warmwasserversorgung an ein Nahwärmenetz auf Biogasbasis. Gleichzeitig wurde eine rund 30 Jahre alte Ölheizung außer Betrieb genommen. Für die kommenden Jahre plant der Verein zudem eine energetische Sanierung von Fenstern und Türen auf Grundlage einer professionellen Energieberatung.

Mit der Kombination aus erneuerbarer Energieerzeugung, effizienter Beleuchtung, nachhaltiger Bewässerung und klimafreundlicher Wärmeversorgung zeigt der SV Hohentengen, wie Sportvereine ihre Infrastruktur Schritt für Schritt nachhaltiger gestalten können.

 

dav

Verantwortlich: Sektion Tübingen des Deutschen Alpenvereins e.V.

Projektbeschreibung:

Mit einer durchdachten Kombination aus Solarenergie und Dachbegrünung zeigt der DAV Tübingen, wie sich Klimaschutz, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit im Sport erfolgreich verbinden lassen.

Sportvereine stehen beim Betrieb ihrer Sportstätten zunehmend vor der Herausforderung, steigende Energiepreise, strengere gesetzliche Vorgaben und die spürbaren Auswirkungen des Klimawandels miteinander zu vereinbaren. Auch die DAV-Sektion Tübingen unterhält mit dem B12 Boulderzentrum eine energieintensive Sportstätte, deren langfristiger und wirtschaftlich tragfähiger Betrieb nur durch eine nachhaltige Ausrichtung gesichert werden kann.

Kern des Vorhabens war eine doppelte Nachhaltigkeitsstrategie aus Photovoltaik und Dachbegrünung. Auf dem Hallendach wurde eine Photovoltaikanlage mit 80 kWp Leistung installiert, die primär der Eigenstromversorgung dient. Bereits im ersten Betriebsjahr konnten rund 60 MWh Strom erzeugt und der Netzstrombezug deutlich reduziert werden.

Parallel dazu wurde ein Gründach umgesetzt, das neben ökologischen Vorteilen vor allem zu einer spürbaren Abkühlung in den heißen Sommermonaten führt. In Kombination mit einem durchdachten Fenster- und Lüftungskonzept kommt man im B12 Boulderzentrum nun überwiegend ohne den Einsatz einer stromintensiven, mechanischen Lüftung und Kühlung aus.

Durch die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern und zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen konnte das Projekt trotz begrenzter Ressourcen erfolgreich umgesetzt werden und zeigt bereits Wirkung: deutlich reduzierte Energiekosten, spürbar gestiegener Komfort für Besucherinnen, reduzierte CO₂-Emissionen und eine stärkere Verankerung von Nachhaltigkeit im Sektionsalltag.

 

wds

Verantwortlich: Spvgg Weil der Stadt 1861 e.V.

Projektbeschreibung:

Nach fast 20 Jahren intensiver Nutzung stand bei der Spvgg Weil der Stadt die grundlegende Sanierung des bestehenden Kunstrasenplatzes an. Der alte Belag mit Gummi-Granulatfüllung verursachte zuletzt zunehmend hohe Reparatur- und Instandhaltungskosten, weshalb sich der Verein für eine vollständige Erneuerung der Spielfläche entschied.

Im Rahmen der Modernisierung wurde ein neuer Kunstrasen installiert, der aktuellen sportfunktionalen und ökologischen Anforderungen entspricht. Besonderes Augenmerk lag dabei auf einer ressourcenschonenderen Ausführung des Platzes. Deshalb verzichtete der Verein auf klassisches Gummi-Granulat als Füllmaterial und setzte stattdessen auf eine Kombination aus Quarzsand und Kork. Dadurch soll insbesondere der Eintrag von Mikroplastik reduziert werden. Darüber hinaus verfügt der neue Kunstrasen über spezielle Eigenschaften zur verbesserten UV-Beständigkeit sowie zur Verringerung der Oberflächentemperatur bei starker Sonneneinstrahlung. 

Die ersten Erfahrungen im Trainings- und Spielbetrieb fallen durchweg positiv aus. Der neue Platz bietet sehr gute Spieleigenschaften und ermöglicht eine intensive Nutzung über das gesamte Jahr hinweg.

 

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