Nachhaltigkeit hat viele Facetten und Handlungsfelder. Jedes einzelne lohnt sich für euren Verein, eure Mitglieder und natürlich die Umwelt. In unseren sechs Nachhaltigkeitsrubriken könnt ihr euch Anregungen von Projekten holen, die andere Sportvereine in Württemberg bereits umgesetzt haben. Von aktivem Klimaschutz bis gesellschaftlichem Zusammenhalt, von Müllvermeidung bis Blumenwiesen reicht die Palette.
Unsere Sammlung soll euch aber nicht nur Impulse geben, sondern auch ganz konkrete Informationen vermitteln. Was waren die Herausforderungen? Was hat es gekostet? Gab es Fördermittel? usw. Und wenn euch ein Projekt näher interessiert, nehmt einfach Kontakt mit dem jeweiligen Sportverein.
Also: Schaut euch in unserer Projektsammlung um und lasst euch inspirieren – für mehr Nachhaltigkeit in eurem Verein!

Verantwortlich: Sportverein Hohentengen 1948 e.V.
Projektbeschreibung:
Der SV Hohentengen verfolgt seit vielen Jahren das Ziel, seine Sportanlage energieeffizient, ressourcenschonend und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Statt auf Einzelmaßnahmen zu setzen, verfolgt der Verein einen langfristigen Modernisierungskurs, bei dem ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Vernunft Hand in Hand gehen.
Ein wichtiger Meilenstein war die Erneuerung der Flutlichtanlage. Die bisherige Anlage war rund 40 Jahre alt, entsprach nicht mehr den Anforderungen eines zeitgemäßen Trainings- und Spielbetriebs und verursachte einen hohen Stromverbrauch. Nach einer umfassenden Beratung und Fördermittelakquise entschied sich der Verein 2020 für die Umrüstung auf moderne LED-Technik.
Im August 2021 wurden die neuen Flutlichtanlagen installiert und in Betrieb genommen. Im Zuge der Maßnahme mussten zudem zwei Flutlichtmasten ersetzt werden, da diese für die neue Beleuchtungstechnik nicht ausreichend dimensioniert waren. Die Investitionskosten beliefen sich auf rund 60.000 Euro. Durch Fördermittel von Bund, Gemeinde und WLSB konnten Zuschüsse von rund 30.000 Euro eingeworben werden.
Die Flutlichtmodernisierung ist Teil einer längeren Liste an Maßnahmen des Vereins. Bereits 2010 wurde auf dem Dach des Sportheims eine Photovoltaikanlage installiert, die jährlich 27.000 kWh Strom produziert. Somit erzeugt die Anlage bis heute deutlich mehr Strom als der Verein inklusive Vereinsgaststätte selbst verbraucht. Seit der Inbetriebnahme konnten dadurch rund 274 Tonnen CO₂ eingespart werden.
Auch beim Thema Bewässerung setzt der SV Hohentengen seit über 25 Jahren auf nachhaltige Lösungen. Dank eines bestehenden Brunnenrechts werden die Sportplätze mit Grundwasser bewässert, wodurch kein wertvolles Trinkwasser eingesetzt werden muss. Das entnommene Wasser wird dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt.
Ein weiterer wichtiger Schritt erfolgte 2024 mit dem Anschluss der Heizungs- und Warmwasserversorgung an ein Nahwärmenetz auf Biogasbasis. Gleichzeitig wurde eine rund 30 Jahre alte Ölheizung außer Betrieb genommen. Für die kommenden Jahre plant der Verein zudem eine energetische Sanierung von Fenstern und Türen auf Grundlage einer professionellen Energieberatung.
Mit der Kombination aus erneuerbarer Energieerzeugung, effizienter Beleuchtung, nachhaltiger Bewässerung und klimafreundlicher Wärmeversorgung zeigt der SV Hohentengen, wie Sportvereine ihre Infrastruktur Schritt für Schritt nachhaltiger gestalten können.

Verantwortlich: Sektion Tübingen des Deutschen Alpenvereins e.V.
Projektbeschreibung:
Mit einer durchdachten Kombination aus Solarenergie und Dachbegrünung zeigt der DAV Tübingen, wie sich Klimaschutz, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit im Sport erfolgreich verbinden lassen.
Sportvereine stehen beim Betrieb ihrer Sportstätten zunehmend vor der Herausforderung, steigende Energiepreise, strengere gesetzliche Vorgaben und die spürbaren Auswirkungen des Klimawandels miteinander zu vereinbaren. Auch die DAV-Sektion Tübingen unterhält mit dem B12 Boulderzentrum eine energieintensive Sportstätte, deren langfristiger und wirtschaftlich tragfähiger Betrieb nur durch eine nachhaltige Ausrichtung gesichert werden kann.
Kern des Vorhabens war eine doppelte Nachhaltigkeitsstrategie aus Photovoltaik und Dachbegrünung. Auf dem Hallendach wurde eine Photovoltaikanlage mit 80 kWp Leistung installiert, die primär der Eigenstromversorgung dient. Bereits im ersten Betriebsjahr konnten rund 60 MWh Strom erzeugt und der Netzstrombezug deutlich reduziert werden.
Parallel dazu wurde ein Gründach umgesetzt, das neben ökologischen Vorteilen vor allem zu einer spürbaren Abkühlung in den heißen Sommermonaten führt. In Kombination mit einem durchdachten Fenster- und Lüftungskonzept kommt man im B12 Boulderzentrum nun überwiegend ohne den Einsatz einer stromintensiven, mechanischen Lüftung und Kühlung aus.
Durch die Zusammenarbeit mit regionalen Partnern und zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen konnte das Projekt trotz begrenzter Ressourcen erfolgreich umgesetzt werden und zeigt bereits Wirkung: deutlich reduzierte Energiekosten, spürbar gestiegener Komfort für Besucherinnen, reduzierte CO₂-Emissionen und eine stärkere Verankerung von Nachhaltigkeit im Sektionsalltag.

Verantwortlich: Spvgg Weil der Stadt 1861 e.V.
Projektbeschreibung:
Nach fast 20 Jahren intensiver Nutzung stand bei der Spvgg Weil der Stadt die grundlegende Sanierung des bestehenden Kunstrasenplatzes an. Der alte Belag mit Gummi-Granulatfüllung verursachte zuletzt zunehmend hohe Reparatur- und Instandhaltungskosten, weshalb sich der Verein für eine vollständige Erneuerung der Spielfläche entschied.
Im Rahmen der Modernisierung wurde ein neuer Kunstrasen installiert, der aktuellen sportfunktionalen und ökologischen Anforderungen entspricht. Besonderes Augenmerk lag dabei auf einer ressourcenschonenderen Ausführung des Platzes. Deshalb verzichtete der Verein auf klassisches Gummi-Granulat als Füllmaterial und setzte stattdessen auf eine Kombination aus Quarzsand und Kork. Dadurch soll insbesondere der Eintrag von Mikroplastik reduziert werden. Darüber hinaus verfügt der neue Kunstrasen über spezielle Eigenschaften zur verbesserten UV-Beständigkeit sowie zur Verringerung der Oberflächentemperatur bei starker Sonneneinstrahlung.
Die ersten Erfahrungen im Trainings- und Spielbetrieb fallen durchweg positiv aus. Der neue Platz bietet sehr gute Spieleigenschaften und ermöglicht eine intensive Nutzung über das gesamte Jahr hinweg.

Verantwortlich: Ruderclub Nürtingen 1921 e.V.
Projektbeschreibung:
Der Ruderclub Nürtingen (RCN) engagiert sich seit mehreren Jahren im Bereich Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung im Rahmen der Initiative N!-Charta Sport des Landes Baden-Württemberg. Als erster Sportverein in Nürtingen wurde der Verein im Zuge dieser freiwilligen Selbstverpflichtung zertifiziert.
Ein zentrales Projekt des Vereins war die Installation eines öffentlich zugänglichen Defibrillators auf dem Vereinsgelände vor der Bootshalle. Das Gerät steht nicht nur den Vereinsmitgliedern, sondern allen Menschen in der Umgebung rund um die Uhr zur Verfügung. Ziel der Maßnahme ist es, die Notfallversorgung am Neckar und im Umfeld der Sportanlage zu verbessern und im Ernstfall schnell Hilfe leisten zu können.
Der Defibrillator wurde durch Sponsoren finanziert, die ebenfalls die laufenden Wartungs- und Betriebskosten übernehmen. Zusätzlich wurde das Gerät in die digitale Plattform des Vereins „Region der Lebensretter e.V.“ aufgenommen und ist damit öffentlich über eine Online-Karte auffindbar.
Begleitend zur Installation organisierte der Ruderclub vereinsinterne Erste-Hilfe-Schulungen für unterschiedliche Gruppen des Vereins. Die Kurse wurden durch erfahrene Ersthelfer-Ausbilder:innen sowie medizinische Fachkräfte unterstützt. Dadurch wurde nicht nur die technische Infrastruktur geschaffen, sondern gleichzeitig auch das Wissen zur Ersten Hilfe innerhalb des Vereins gestärkt.
Mit dem Projekt verbindet der Ruderclub Nürtingen Gesundheitsvorsorge, gesellschaftliche Verantwortung und nachhaltiges Vereinsengagement.

Verantwortlich: Sportverein Nierfeld 1929 e.V.
Projektbeschreibung:
Der SV Nierfeld ist ein kleiner Sportverein in der Nordeifel. Da der Ort selbst nur rund 400 Einwohner zählt, arbeitet der Verein im Jugendbereich gemeinsam mit zwei benachbarten Vereinen in einer Jugendspielgemeinschaft (JSG), um allen Kindern und Jugendlichen altersgerechten Fußball zu ermöglichen.
Durch die dünne Besiedlung der Region wohnen viele Spielerinnen und Spieler in einem größeren Umkreis – teilweise bis zu 15 Kilometer vom Sportplatz entfernt. In der Vergangenheit wurden die Jugendlichen meist von ihren Eltern mit dem Auto zum Training gebracht und wieder abgeholt.
Um die damit verbundenen Umweltbelastungen sowie den organisatorischen Aufwand für Familien zu reduzieren, entwickelte der Verein eine nachhaltige Lösung: Die Trainingszeiten der Jugendmannschaften wurden gezielt an den Fahrplan des öffentlichen Nahverkehrs angepasst.
Die Buslinie SB 81 (Hellenthal–Kall) verbindet nahezu alle Herkunftsorte der Spielerinnen und Spieler. Der Trainingsbeginn wurde daher von 17:00 Uhr auf 17:30 Uhr verschoben, sodass die Jugendlichen den Bus nutzen können, der um 17:20 Uhr an der nahegelegenen Haltestelle ankommt. Das Trainingsende wurde auf 18:45 Uhr gelegt, damit die Rückfahrt mit dem Bus um 19:00 Uhr möglich ist.
Auch wenn sich dadurch die Trainingszeiten der nachfolgenden Mannschaften leicht verschoben haben, wurde diese Lösung von allen Beteiligten unterstützt. So können viele Jugendliche nun eigenständig und klimafreundlich mit dem Bus zum Training kommen.
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Verantwortlich: Sportverein Tannau 1968 e.V.
Projektbeschreibung:
Der SV Tannau hat gemeinsam mit dem Saatgutexperten Patrick Kaiser (Tatgut) eine rund 2.000 m² große Blumenwiese in Elmenau entwickelt, die sowohl der Förderung der Biodiversität als auch der Gemeinschaft dient.
Auf einer zur Verfügung gestellten Fläche entstand entlang der Landesstraße eine vielfältige Blühfläche mit Sonnenblumen sowie zahlreichen heimischen und teilweise selten gewordenen Pflanzenarten. Ziel des Projekts ist es, aktiv dem Rückgang der Biodiversität entgegenzuwirken und gleichzeitig einen niedrigschwelligen Zugang für die Bevölkerung zu schaffen.
Besucher:innen können die Blumen kostenfrei pflücken; ein freiwilliges Spendenkässchen steht bereit. Ergänzt wird das Projekt durch Führungen, gemeinschaftliche Aktionen sowie Veranstaltungen wie ein Sonnenblumenfest.
Das Projekt zeichnet sich insbesondere durch den starken ehrenamtlichen Einsatz aus: Von der Bodenvorbereitung über die Pflege bis hin zur täglichen Zusammenstellung von Blumensträußen engagieren sich Mitglieder aller Altersgruppen.
Neben dem ökologischen Nutzen dient die Blumenwiese auch als sozialer Treffpunkt und stärkt den Zusammenhalt innerhalb des Vereins sowie in der gesamten Region.

Verantwortlich: VfL Pfullingen 1862 e.V.
Projektbeschreibung:
Der VfL Pfullingen 1862 e.V. organisiert seit über 50 Jahren eine jährliche Skibörse, die sich zu einer festen Institution und einem regionalen Treffpunkt für Wintersportbegeisterte entwickelt hat.
Ursprüngliches Ziel war es, Wintersport für alle zugänglich zu machen – insbesondere für Kinder und Einsteiger. Dieses Anliegen steht bis heute im Mittelpunkt: Auf der Skibörse wird gebrauchte Ski- und Snowboardausrüstung für alle Altersklassen und Leistungsniveaus zu fairen Preisen angeboten.
Im Laufe der Zeit hat sich die Skibörse zu einem wichtigen Beitrag für nachhaltiges Handeln im Sportverein entwickelt. Wintersportausrüstung besteht häufig aus komplexen Materialkombinationen, die nur schwer recycelbar sind. Daher setzt der Verein gezielt auf die Verlängerung der Nutzungsdauer vorhandener Produkte.
Gebrauchte Ausrüstung wird gesammelt, geprüft und weiterverkauft – und erhält so ein zweites Leben. Gleichzeitig wird ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass „gebraucht“ eine nachhaltige und verantwortungsvolle Alternative zur Neuanschaffung ist.
Die Organisation erfolgt professionell und effizient: Durch EDV-gestützte Abläufe werden Annahme, Verkauf und Abholung strukturiert gesteuert, während die persönliche Beratung sicherstellt, dass Käufer*innen die passende Ausrüstung finden.
Die Skibörse verbindet damit ökologische Verantwortung, soziale Teilhabe und wirtschaftliche Fairness in einem funktionierenden regionalen Kreislauf.

Verantwortlich: Landessportschule Ruit
Projektbeschreibung:
Die Landessportschule Ruit hat erfolgreich am Förderprogramm Klimafit Baden-Württemberg teilgenommen und wurde dafür offiziell mit einer Urkunde ausgezeichnet. Im Rahmen des rund einjährigen Programms wurden systematisch Maßnahmen entwickelt, um Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen der Einrichtung zu reduzieren.
Klimafit ist ein Förderprogramm des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Es unterstützt Unternehmen und Organisationen dabei, einen strukturierten Einstieg in den Klimaschutz zu finden. Über Workshops, individuelle Beratung und Vernetzung werden konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Senkung von Emissionen entwickelt.
Im Rahmen der Teilnahme erstellte die Landessportschule Ruit eine umfassende Klimabilanz, etablierte entsprechende organisatorische Strukturen für den Klimaschutz und entwickelte einen Maßnahmenkatalog.
Ein zentraler Bestandteil dieses Maßnahmenpakets ist die konsequente Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technologie. Allein durch diese Maßnahme können jährlich rund 3.000 Kilogramm CO₂ eingespart werden.
Nach erfolgreichem Abschluss des Programms erhielten Sportschulleiter Mathias Bauer und WLSB-Bereichsleiter Liegenschaften Sebastian Kling im Rahmen einer offiziellen Veranstaltung die Klimafit-Urkunde.
Mit der Teilnahme am Programm hat die Landessportschule Ruit einen wichtigen Schritt hin zu einer systematischen und langfristig angelegten Klimaschutzstrategie der Sportschule gemacht.

Verantwortlich: Sportverein Vollmaringen e.V.
Projektbeschreibung:
Der SV Vollmaringen 1926 e.V. hat auf seinem Sportgelände einen vollständig inklusiven Spielplatz realisiert, der Kindern und Jugendlichen mit und ohne Handicap gleichermaßen offensteht.
Bereits seit 1986 besteht eine enge Kooperation mit der Lebenshilfe Nagold. Aus dieser langjährigen Zusammenarbeit entstand 2021 die Idee, den in die Jahre gekommenen Vereins-Spielplatz grundlegend zu erneuern – und ihn bewusst inklusiv zu gestalten.
Zur Vorbereitung wurde eine Lenkungsgruppe gegründet, in der neben Vereinsverantwortlichen auch Fachleute der Lebenshilfe sowie Menschen mit Handicap vertreten waren. Nach einer ersten Kostenschätzung von 250.000 € entschied sich der Verein trotz der finanziellen Herausforderung für die Umsetzung.
Im Jahr 2023 wurde in der Hauptversammlung der Baubeschluss gefasst. Die Bauarbeiten begannen im April 2024, im Oktober 2024 wurde der inklusive Spielplatz feierlich eröffnet.
Heute bietet der Spielplatz zahlreiche barrierefreie Spielmöglichkeiten:
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unterfahrbarer Sandspieltisch
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rollstuhlgerechtes Trampolin
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breite Rutsche
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unterfahrbare Tischtennisplatte
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Spielzug mit barrierefreiem Zugang
Insgesamt investierte der Verein 285.000 € und leistete 4.300 ehrenamtliche Arbeitsstunden. Eine sechsköpfige „kleine Arbeitsgruppe“ begleitete das Projekt von der Planung bis zur Umsetzung maßgeblich.
Der Spielplatz wird sehr gut angenommen – sowohl von Vereinsmitgliedern als auch von sozialen Einrichtungen aus der Region.

Verantwortlich: Turnverein Essen-Kupferdreh 1877 e. V.
Projektbeschreibung:
Der Turnverein Essen-Kupferdreh 1877 e. V. (TVK Essen) stellt seine beiden Motorboote, die für das Training der Wassersportler auf dem Baldeneysee eingesetzt werden, schrittweise von Benzin- auf Elektroantrieb um.
Bisher wurden die Boote mit 20 PS bzw. 25 PS starken Benzin-Außenbordmotoren betrieben. Der jährliche Kraftstoffverbrauch lag bei ca. 600–1.000 Litern Superbenzin. Zusätzlich verursachten die älteren Motoren Wartungskosten von zuletzt rund 1.000 Euro pro Boot und Jahr. Neben den laufenden Kosten waren insbesondere Lärmemissionen und Abgase problematisch – vor allem vor dem Hintergrund, dass der Baldeneysee ein Naherholungs- und Naturschutzgebiet ist.
Im Jahr 2025 begann die Umrüstung auf Elektroantrieb. In jedes Boot wurde ein 12 kW Elektromotor eingebaut, der leistungsmäßig einem 20 PS Benzinmotor entspricht. Als Energiespeicher dienen pro Boot zwei 5 kWh Lithium-Ionen-Batterien, die ausreichend Kapazität für den Trainingsbetrieb bieten.
Die Batterien können über jeweils ein eigenes Schnellladegerät parallel geladen werden. Durch neu installierte Stromanschlüsse am Steg und in der Bootshalle stehen die erforderlichen 12 kW Ladeleistung zur Verfügung. Eine vollständige Aufladung für die nächste Trainingseinheit ist in weniger als zwei Stunden möglich.
Der benötigte Ladestrom stammt größtenteils aus einer vereinseigenen 26 kWp Photovoltaikanlage, die 2023 auf dem Vereinsheim installiert wurde und mit einem 20 kW Batteriespeicher kombiniert ist. Über ein selbst entwickeltes Lademanagementsystem wird überschüssiger Solarstrom gezielt für das Laden der Bootsbatterien genutzt.
Zwischen März und Oktober – der intensivsten Trainingszeit – kann der benötigte Strom nahezu vollständig durch die eigene PV-Anlage erzeugt werden. Insgesamt werden voraussichtlich über 80 % des jährlichen Ladestroms durch selbst produzierten Solarstrom gedeckt.
Das erste umgerüstete Boot ist seit September 2025 im Einsatz. Aufgrund der positiven Erfahrungen hinsichtlich Reichweite, Geschwindigkeit, Ladezeiten und vor allem der erheblichen Lärmreduktion wird auch das zweite Boot umgerüstet, sodass ab der Saison 2026 der Trainingsbetrieb vollständig elektrisch erfolgt.
Die Maßnahme ist Teil einer langfristigen Dekarbonisierungsstrategie des Vereins. Bereits 2021 wurde das Dach des Vereinsheims energetisch saniert und anschließend mit der Photovoltaikanlage ausgestattet. Als nächster Schritt ist die Installation einer Wärmepumpe zur Ablösung der bestehenden Gasheizung geplant.

Verantwortlich: Sportverein Heimbach e.V.
Projektbeschreibung:
Viele Spieler:innen sowie Zuschauer:innen reisen – insbesondere bei gutem Wetter – mit dem Fahrrad zu Trainingseinheiten und Spielen des SV Heimbach an. Um diese umweltfreundliche Anreiseform weiter zu fördern, wurde auf dem Vereinsgelände ein neuer Fahrradabstellplatz geschaffen.
Direkt neben dem Vereinsheim entstand auf einer zuvor hergerichteten, ebenen Fläche eine feste Abstellmöglichkeit mit mehreren im Boden verankerten Fahrradständern. Diese ermöglichen ein sicheres Anschließen der Fahrräder und erhöhen damit Komfort sowie Diebstahlschutz.
Als Mitglied der N!-Charta Sport setzt der SV Heimbach damit ein weiteres sichtbares Zeichen für nachhaltiges Handeln im Vereinsalltag. Die offizielle Eröffnung des Fahrradabstellplatzes ist für den Sommer 2026 geplant – unter aktiver Beteiligung der Dorfbevölkerung.

Verantwortlich: Aalener Sportallianz e.V.
Projektbeschreibung:
Die Aalener Sportallianz engagiert sich seit vielen Jahren in integrativen Projekten in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Quartieren der Aalener Wohnungsbau. In den Quartieren Garten-/Hofackerstraße sowie Friedrichstraße leben zahlreiche Kinder, die aufgrund der sozialen Herkunft und der wirtschaftlichen Situation ihrer Familien unter erschwerten Bedingungen aufwachsen. Der Zugang zu regelmäßigen Freizeit- und Sportangeboten ist für viele von ihnen eingeschränkt.
Um diesem Umstand zu begegnen, bringt die Sportallianz Aalen den Sport direkt in die Wohnquartiere. Zwischen Ostern und den Sommerferien bietet ein Mitarbeiter des vereinseigenen Kindersports (KISS) wöchentlich auf Grünflächen neben den Wohnblocks offene Sportstunden an. Das Angebot umfasst vielfältige Bewegungs- und Fangspiele sowie Einheiten in Fußball, Basketball, Völkerball, Hockey und weiteren Wurf- und Mannschaftsspielen. Ergänzt wird das Programm durch kleinere Ausflüge.
Die Kinder lernen auf diese Weise niedrigschwellig die Sportangebote der Aalener Sportallianz kennen und erhalten die Möglichkeit, jederzeit am regulären Vereinstraining zu schnuppern. Darüber hinaus werden sie gezielt zum Feriencamp eingeladen. Perspektivisch können ältere Teilnehmende selbst Verantwortung übernehmen und als Betreuerinnen und Betreuer im Feriencamp mitwirken.
Das Projekt schafft einen direkten Zugang zu Bewegung, stärkt soziale Teilhabe und eröffnet langfristige Entwicklungsperspektiven im Verein.





