
Verantwortlich: Radsportverein Stuttgart-Vaihingen 1901 e.V.
Projektbeschreibung:
Viele Trainingslager im leistungsorientierten Radsport finden traditionell in südlichen Regionen Europas statt und sind mit Flugreisen, Mietfahrzeugen sowie Hotelaufenthalten verbunden. Der RSV Stuttgart-Vaihingen hat diesen Ansatz bewusst hinterfragt und mit dem „Trainingslager drhoim“ eine nachhaltige Alternative entwickelt.
Anstelle einer Reise ins Ausland findet die Saisonvorbereitung vollständig in der Heimatregion statt. Ausgangspunkt aller Trainingseinheiten ist das vereinseigene Vereinsheim, das als Treffpunkt, Gemeinschaftsraum und Übernachtungsmöglichkeit dient. Die Anreise erfolgt mit dem Fahrrad, wodurch Flugreisen und weitere verkehrsbedingte Emissionen vollständig entfallen.
Das Vereinsheim bietet mit Küche, Aufenthaltsraum und Sanitäranlagen die notwendige Infrastruktur für ein mehrtägiges Trainingslager. Gemeinsam werden regionale Lebensmittel eingekauft, Mahlzeiten zubereitet und Trainingseinheiten organisiert. Übernachtet wird unkompliziert auf Feldbetten oder Isomatten. Dadurch entsteht ein besonderes Gemeinschaftserlebnis, das den Zusammenhalt innerhalb des Vereins stärkt.
Neben der deutlichen Reduzierung der CO₂-Emissionen verbessert das Konzept auch die soziale Nachhaltigkeit. Da Kosten für Flüge, Hotels oder Mietfahrzeuge entfallen, können alle Mitglieder unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten teilnehmen. Das Projekt wird mittlerweile zum fünften Mal durchgeführt und hat sich als fester Bestandteil der Saisonvorbereitung etabliert.

Verantwortlich: Sportverein Nierfeld 1929 e.V.
Projektbeschreibung:
Der SV Nierfeld ist ein kleiner Sportverein in der Nordeifel. Da der Ort selbst nur rund 400 Einwohner zählt, arbeitet der Verein im Jugendbereich gemeinsam mit zwei benachbarten Vereinen in einer Jugendspielgemeinschaft (JSG), um allen Kindern und Jugendlichen altersgerechten Fußball zu ermöglichen.
Durch die dünne Besiedlung der Region wohnen viele Spielerinnen und Spieler in einem größeren Umkreis – teilweise bis zu 15 Kilometer vom Sportplatz entfernt. In der Vergangenheit wurden die Jugendlichen meist von ihren Eltern mit dem Auto zum Training gebracht und wieder abgeholt.
Um die damit verbundenen Umweltbelastungen sowie den organisatorischen Aufwand für Familien zu reduzieren, entwickelte der Verein eine nachhaltige Lösung: Die Trainingszeiten der Jugendmannschaften wurden gezielt an den Fahrplan des öffentlichen Nahverkehrs angepasst.
Die Buslinie SB 81 (Hellenthal–Kall) verbindet nahezu alle Herkunftsorte der Spielerinnen und Spieler. Der Trainingsbeginn wurde daher von 17:00 Uhr auf 17:30 Uhr verschoben, sodass die Jugendlichen den Bus nutzen können, der um 17:20 Uhr an der nahegelegenen Haltestelle ankommt. Das Trainingsende wurde auf 18:45 Uhr gelegt, damit die Rückfahrt mit dem Bus um 19:00 Uhr möglich ist.
Auch wenn sich dadurch die Trainingszeiten der nachfolgenden Mannschaften leicht verschoben haben, wurde diese Lösung von allen Beteiligten unterstützt. So können viele Jugendliche nun eigenständig und klimafreundlich mit dem Bus zum Training kommen.

Verantwortlich: Turnverein Essen-Kupferdreh 1877 e. V.
Projektbeschreibung:
Der Turnverein Essen-Kupferdreh 1877 e. V. (TVK Essen) stellt seine beiden Motorboote, die für das Training der Wassersportler auf dem Baldeneysee eingesetzt werden, schrittweise von Benzin- auf Elektroantrieb um.
Bisher wurden die Boote mit 20 PS bzw. 25 PS starken Benzin-Außenbordmotoren betrieben. Der jährliche Kraftstoffverbrauch lag bei ca. 600–1.000 Litern Superbenzin. Zusätzlich verursachten die älteren Motoren Wartungskosten von zuletzt rund 1.000 Euro pro Boot und Jahr. Neben den laufenden Kosten waren insbesondere Lärmemissionen und Abgase problematisch – vor allem vor dem Hintergrund, dass der Baldeneysee ein Naherholungs- und Naturschutzgebiet ist.
Im Jahr 2025 begann die Umrüstung auf Elektroantrieb. In jedes Boot wurde ein 12 kW Elektromotor eingebaut, der leistungsmäßig einem 20 PS Benzinmotor entspricht. Als Energiespeicher dienen pro Boot zwei 5 kWh Lithium-Ionen-Batterien, die ausreichend Kapazität für den Trainingsbetrieb bieten.
Die Batterien können über jeweils ein eigenes Schnellladegerät parallel geladen werden. Durch neu installierte Stromanschlüsse am Steg und in der Bootshalle stehen die erforderlichen 12 kW Ladeleistung zur Verfügung. Eine vollständige Aufladung für die nächste Trainingseinheit ist in weniger als zwei Stunden möglich.
Der benötigte Ladestrom stammt größtenteils aus einer vereinseigenen 26 kWp Photovoltaikanlage, die 2023 auf dem Vereinsheim installiert wurde und mit einem 20 kW Batteriespeicher kombiniert ist. Über ein selbst entwickeltes Lademanagementsystem wird überschüssiger Solarstrom gezielt für das Laden der Bootsbatterien genutzt.
Zwischen März und Oktober – der intensivsten Trainingszeit – kann der benötigte Strom nahezu vollständig durch die eigene PV-Anlage erzeugt werden. Insgesamt werden voraussichtlich über 80 % des jährlichen Ladestroms durch selbst produzierten Solarstrom gedeckt.
Das erste umgerüstete Boot ist seit September 2025 im Einsatz. Aufgrund der positiven Erfahrungen hinsichtlich Reichweite, Geschwindigkeit, Ladezeiten und vor allem der erheblichen Lärmreduktion wird auch das zweite Boot umgerüstet, sodass ab der Saison 2026 der Trainingsbetrieb vollständig elektrisch erfolgt.
Die Maßnahme ist Teil einer langfristigen Dekarbonisierungsstrategie des Vereins. Bereits 2021 wurde das Dach des Vereinsheims energetisch saniert und anschließend mit der Photovoltaikanlage ausgestattet. Als nächster Schritt ist die Installation einer Wärmepumpe zur Ablösung der bestehenden Gasheizung geplant.