Logo des Württembergischen Landessportbund e.V.

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Die Nachhaltigkeitsprojekte der Sportvereine

Stadion, Sportanlage und Infrastruktur

Stadion, Sportanlage und Infrastruktur

ilshofen

Verantwortlich: TSV Ilshofen 1862 e.V.

Projektbeschreibung:

Mit dem Bau einer Freilufthalle hat der TSV Ilshofen eine nachhaltige und zukunftsorientierte Sportstätte geschaffen, die auf bereits vorhandenen Sportflächen realisiert wurde. Ausgangspunkt des Projekts waren zwei rund 50 Jahre alte Tennisplätze auf dem Vereinsgelände, die über mehrere Jahre nicht mehr genutzt wurden. Anstatt die Flächen zurückzubauen oder ungenutzt zu lassen, entschied sich der Verein für eine innovative Umnutzung und schuf eine moderne Trainings- und Bewegungsfläche für den Vereins- und Breitensport.

Die Freilufthalle wurde bewusst ressourcenschonend konzipiert. Die offene Bauweise kommt vollständig ohne Heizung sowie Wasser- und Sanitäranschlüsse aus. Dadurch werden sowohl der Energieverbrauch als auch die laufenden Betriebs- und Wartungskosten dauerhaft minimiert. Gleichzeitig ermöglicht die Anlage eine witterungsunabhängige und ganzjährige Nutzung für verschiedene Sportarten und entlastet die bestehende Großsporthalle erheblich.

Ein besonderer Fokus lag auf der nachhaltigen Nutzung vorhandener Ressourcen. Die Halle wurde auf den bestehenden Tennisplätzen errichtet, sodass keine zusätzliche Flächenversiegelung notwendig war. Für die Außenanlagen kamen gebrauchte Pflastersteine aus Baumaßnahmen der örtlichen Grundschule zum Einsatz. Darüber hinaus wurden ausgemusterte Straßenlaternen der Stadt übernommen und rund um die Anlage wiederverwendet. Ergänzt wird das Konzept durch eine Photovoltaikanlage auf dem Hallendach, die einen Beitrag zur klimafreundlichen Stromerzeugung leistet.

Die Umsetzung des Projekts wurde durch das Engagement von mehr als 70 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unterstützt und zeigt beispielhaft, wie bestehende Infrastruktur nachhaltig weiterentwickelt und an aktuelle Bedarfe angepasst werden kann.

 

kvu

Verantwortlich: Kraftsportverein 1906 Untertürkheim e.V.

Projektbeschreibung:

Der Kraftsportverein 1906 Untertürkheim (KVU) verfolgt das Ziel, den Energieverbrauch seines Vereinsheims nachhaltig zu gestalten und fossile Energieträger konsequent zu ersetzen. Ein wichtiger Baustein dieser Strategie war zunächst die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Vereinsheims.

Bereits im Jahr 2020 wurde dort eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 62 kWp errichtet. Die Besonderheit: Die Anlage wurde von einem externen Investor finanziert und betrieben. Der KVU stellt die Dachfläche zur Verfügung und kann den erzeugten Solarstrom direkt vor Ort zu günstigen Konditionen beziehen. Dieses Modell ermöglichte die Nutzung erneuerbarer Energien ohne hohe Eigeninvestitionen und schuf gleichzeitig die Grundlage für weitere Klimaschutzmaßnahmen.

Im Rahmen einer umfassenden Generalsanierung des Vereinsheims in den Jahren 2024 und 2025 wurde die Energieversorgung konsequent weiterentwickelt. Die bisherige Gasheizung wurde vollständig durch eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe ersetzt. Die installierte Anlage deckt einen Leistungsbereich von 10 bis 50 kW ab und erreicht Vorlauftemperaturen von bis zu 70 °C. Dadurch konnte das bestehende Heizkörpernetz weiterhin genutzt werden, ohne umfangreiche Umbauten an der Heizungsinfrastruktur vornehmen zu müssen.

Ergänzt wird das System durch zwei Pufferspeicher mit jeweils 1.000 Litern Fassungsvermögen sowie neue Heizkörper im Veranstaltungsbereich. Ein Teil des für die Wärmepumpe benötigten Stroms stammt direkt aus der vereinseigenen Photovoltaikanlage. Dadurch entsteht ein nachhaltiges Gesamtsystem aus erneuerbarer Stromerzeugung und klimafreundlicher Wärmeversorgung.

Die Photovoltaikanlage erzeugt jährlich rund 59.000 kWh Strom und spart dadurch etwa 22 Tonnen CO₂ pro Jahr ein. Durch den Ersatz der Gasheizung werden zusätzlich rund 11 Tonnen CO₂ jährlich vermieden. Insgesamt reduziert der Verein seine Emissionen um etwa 30 bis 35 Tonnen CO₂ pro Jahr – vergleichbar mit den durchschnittlichen Jahresemissionen von rund 15 bis 17 Mittelklassefahrzeugen.

Mit der Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe zeigt der KVU, wie auch kleinere Vereine ihre Energieversorgung wirtschaftlich und klimafreundlich gestalten können.

 

svht

Verantwortlich: Sportverein Hohentengen 1948 e.V.

Projektbeschreibung:

Der SV Hohentengen verfolgt seit vielen Jahren das Ziel, seine Sportanlage energieeffizient, ressourcenschonend und zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Statt auf Einzelmaßnahmen zu setzen, verfolgt der Verein einen langfristigen Modernisierungskurs, bei dem ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Vernunft Hand in Hand gehen.

Ein wichtiger Meilenstein war die Erneuerung der Flutlichtanlage. Die bisherige Anlage war rund 40 Jahre alt, entsprach nicht mehr den Anforderungen eines zeitgemäßen Trainings- und Spielbetriebs und verursachte einen hohen Stromverbrauch. Nach einer umfassenden Beratung und Fördermittelakquise entschied sich der Verein 2020 für die Umrüstung auf moderne LED-Technik.

Im August 2021 wurden die neuen Flutlichtanlagen installiert und in Betrieb genommen. Im Zuge der Maßnahme mussten zudem zwei Flutlichtmasten ersetzt werden, da diese für die neue Beleuchtungstechnik nicht ausreichend dimensioniert waren. Die Investitionskosten beliefen sich auf rund 60.000 Euro. Durch Fördermittel von Bund, Gemeinde und WLSB konnten Zuschüsse von rund 30.000 Euro eingeworben werden.

Die Flutlichtmodernisierung ist Teil einer längeren Liste an Maßnahmen des Vereins. Bereits 2010 wurde auf dem Dach des Sportheims eine Photovoltaikanlage installiert, die jährlich 27.000 kWh Strom produziert. Somit erzeugt die Anlage bis heute deutlich mehr Strom als der Verein inklusive Vereinsgaststätte selbst verbraucht. Seit der Inbetriebnahme konnten dadurch rund 274 Tonnen CO₂ eingespart werden.

Auch beim Thema Bewässerung setzt der SV Hohentengen seit über 25 Jahren auf nachhaltige Lösungen. Dank eines bestehenden Brunnenrechts werden die Sportplätze mit Grundwasser bewässert, wodurch kein wertvolles Trinkwasser eingesetzt werden muss. Das entnommene Wasser wird dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt.

Ein weiterer wichtiger Schritt erfolgte 2024 mit dem Anschluss der Heizungs- und Warmwasserversorgung an ein Nahwärmenetz auf Biogasbasis. Gleichzeitig wurde eine rund 30 Jahre alte Ölheizung außer Betrieb genommen. Für die kommenden Jahre plant der Verein zudem eine energetische Sanierung von Fenstern und Türen auf Grundlage einer professionellen Energieberatung.

Mit der Kombination aus erneuerbarer Energieerzeugung, effizienter Beleuchtung, nachhaltiger Bewässerung und klimafreundlicher Wärmeversorgung zeigt der SV Hohentengen, wie Sportvereine ihre Infrastruktur Schritt für Schritt nachhaltiger gestalten können.

 

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