Nachhaltigkeit hat viele Facetten und Handlungsfelder. Jedes einzelne lohnt sich für euren Verein, eure Mitglieder und natürlich die Umwelt. In unseren sechs Nachhaltigkeitsrubriken könnt ihr euch Anregungen von Projekten holen, die andere Sportvereine in Württemberg bereits umgesetzt haben. Von aktivem Klimaschutz bis gesellschaftlichem Zusammenhalt, von Müllvermeidung bis Blumenwiesen reicht die Palette.
Unsere Sammlung soll euch aber nicht nur Impulse geben, sondern auch ganz konkrete Informationen vermitteln. Was waren die Herausforderungen? Was hat es gekostet? Gab es Fördermittel? usw. Und wenn euch ein Projekt näher interessiert, nehmt einfach Kontakt mit dem jeweiligen Sportverein.
Also: Schaut euch in unserer Projektsammlung um und lasst euch inspirieren – für mehr Nachhaltigkeit in eurem Verein!

Verantwortlich: VfL Sindelfingen 1862 e.V.
Projektbeschreibung:
Der VfL Sindelfingen 1862 e.V. veranstaltete in Kooperation mit dem Sozialdienst muslimischer Frauen in Sindelfingen und dem Württembergischen Landessportbund (WLSB) einen Sporttag speziell für Frauen unterschiedlicher Herkunft. Austragungsort war das Sportvereinszentrum „Sportwelt“.
Das reguläre Kursprogramm wurde an diesem Tag bewusst geöffnet und erweitert, um Frauen, die bisher noch keinen Zugang zum Verein oder zu sportlicher Betätigung hatten, einzubeziehen. Neben Pilates und Zumba stand auch eine speziell auf Frauen zugeschnittene Einheit Selbstverteidigung auf dem Programm.
Der Tag ermöglichte neue Begegnungen zwischen Vereinsmitgliedern und interessierten Frauen, förderte kulturellen Austausch und erleichterte die Hemmschwelle für einen ersten Schritt in den Vereinssport.
Die Rückmeldungen zeigten: Mit vergleichsweise geringem organisatorischem Aufwand konnte viel Wirkung für jede einzelne Teilnehmerin erzielt werden. Eine Wiederholung der Veranstaltung ist bereits in Planung.

Verantwortlich: VfL Sindelfingen 1862 e.V.
Projektbeschreibung:
Mit dem Unterstützungsfonds Jugend setzt der VfL Sindelfingen ein starkes Zeichen für soziale Gerechtigkeit im Sport. Der Fonds wird jährlich mit 1.500 Euro aus dem Jugendbudget gespeist und richtet sich gezielt an Kinder und Jugendliche aus prekären sozialen oder finanziellen Verhältnissen. Ziel ist es, jedem jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern, am vielfältigen Sportangebot des Vereins teilzuhaben.
Der Sport im Verein vermittelt wichtige Werte wie Gemeinschaft, Teamgeist und Disziplin – Erfahrungen, die Kinder und Jugendliche nachhaltig prägen. Damit der Zugang nicht an den finanziellen Ressourcen scheitert, können betroffene Familien unkompliziert und formlos per E-Mail einen Antrag beim Jugendreferat stellen. Gefördert werden Einzelfälle bis zu 150 Euro, subsidiär zu bestehenden Unterstützungsangeboten der Abteilungen.
Insbesondere die Erfahrungen aus der Corona-Krise haben gezeigt, dass Familien mit begrenzten finanziellen Mitteln oftmals als Erste den Rückzug aus dem Vereinssport antreten. Der Unterstützungsfonds soll hier gezielt entgegenwirken und jungen Mitgliedern eine faire Chance auf sportliche Teilhabe sichern.

Verantwortlich: VfL Sindelfingen 1862 e.V.
Projektbeschreibung:
Bereits 2023 hat der VfL Sindelfingen eine leistungsstarke Photovoltaikanlage mit 100 kWp Spitzenleistung auf dem Dach seines Sportvereinszentrums „Sportwelt“ in Betrieb genommen. Das Projekt wurde gemeinsam mit den Stadtwerken Sindelfingen als starkem, regionalen Partner umgesetzt. Durch das große Interesse beider Seiten, einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung in der Energiegewinnung zu leisten, konnte die Umsetzung schnell und reibungslos erfolgen.
Die Anlage deckt bis zu 33 % des täglichen Energiebedarfs der „Sportwelt“ durch Eigenproduktion ab und sorgt damit für eine deutliche Reduzierung der Energiekosten. Über ein attraktives Kostenmodell wird nach einer zehnjährigen Vertragslaufzeit der vollständige Übergang der Anlage in den Besitz des Vereins gewährleistet. Damit ist eine langfristige und nachhaltige Nutzung gesichert.

Verantwortlich: Volleyball-Landesverband Württemberg e.V.
Projektbeschreibung:
In Württemberg steht ab 2025 ein Ballwechsel für den Volleyballspielverkehr an, weshalb es zahlreiche Bälle geben wird, welche in unterschiedlichen Zuständen für eine Weitergabe oder Verwertung zur Verfügung stehen.
Das hat sich der Volleyball-Landesverband Württemberg zum Anlass genommen und das Projekt „Upcycling für Fairplay“ ins Leben gerufen, im Rahmen dessen die nicht mehr zugelassenen Bälle genutzt und verwertet werden sollen.
Ziel des Projekts ist es, die ausrangierten Bälle nicht ungenutzt zu lassen, sondern sie auf kreative und sinnvolle Weise weiterzuverwenden. Dabei steht der Gedanke im Mittelpunkt, Ressourcen zu schonen, Nachhaltigkeit aktiv zu leben und soziale Verantwortung zu übernehmen.
In kreativen Upcycling-Workshops entstehen aus den Bällen praktische Alltagsgegenstände. Diese finden in Zusammenarbeit mit lokalen Sozialeinrichtungen in allen Bezirken des Volleyball-Landesverbands Württemberg (VLW) statt und bringen Sportvereine, die Gesellschaft und alle Partner zusammen. So wird nicht nur Bewusstsein für Nachhaltigkeit geschaffen, sondern auch der soziale Zusammenhalt gefördert.
Ergänzt wird das Angebot durch DIY- und Bauanleitungen, sodass auch außerhalb der Workshops nachhaltige Ideen umgesetzt werden können.
Ein weiterer Bestandteil des Projekts ist die Weitergabe noch gut erhaltener Bälle an gemeinnützige Initiativen wie „Mein Ball – Dein Ball“ oder ähnliche Programme – mit dem Ziel, Sportbegeisterung zu fördern und Ressourcen dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden.
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Verantwortlich: Ruderverein Neptun e.V. Konstanz
Projektbeschreibung:
Zur Sicherung eines nachhaltigen und energieeffizienten Vereinsbetriebs hat der RV Neptun Konstanz auf dem Vereinsgebäude eine kombinierte Solarthermie- und Photovoltaikanlage installiert. Ziel ist es, den Verbrauch fossiler Ressourcen deutlich zu reduzieren, die energetische Unabhängigkeit zu stärken und die Betriebskosten langfristig zu stabilisieren.
Die Umsetzung erfolgte 2024 mit Förderung der Stadt Konstanz im Rahmen des „Leuchtturmprojekts“ sowie mit tatkräftiger Unterstützung ehrenamtlicher Fachkräfte. Die Photovoltaikanlage umfasst 24 Module mit einer Peak-Leistung von 10 kW. Zusammen mit dem geplanten Batteriespeicher ist sie so ausgelegt, dass der Eigenbedarf des Vereins bestmöglich gedeckt werden kann.
Ein wesentlicher Effekt zeigt sich bereits: Der Gasverbrauch für die Warmwasserbereitung, der bislang rund 140.000 kWh pro Jahr betrug, kann durch die Solarthermie deutlich gesenkt werden. Erste Auswertungen belegen zudem einen hohen Warmwasserbedarf im Restaurantbereich, was zu einer verursachergerechten Abrechnung geführt hat. Nach der Umstellung der Heizungssteuerung Ende 2024 wird sich die Anlage im laufenden Betrieb weiter bewähren.
Trotz technischer Verzögerungen und begrenzter Mitwirkung externer Partner konnte das zentrale Ziel – die Energieversorgung nachhaltiger zu gestalten – bereits weitgehend erreicht werden. Für 2025 ist ein umfassendes Energie- und Sanierungskonzept geplant, um zusätzliche Effizienzpotenziale zu erschließen.

Verantwortlich: Reitclub Altenheim e.V.
Projektbeschreibung:
Der Reitclub Altenheim hat mit der Sanierung seines Reitplatzes ein innovatives und nachhaltiges Konzept umgesetzt. Statt auf konventionelle, mikroplastikbasierte Materialien zu setzen, entschied sich der Verein für einen vollständigen ökologischen Aufbau: Jute ersetzt Kunststoffbande, natürliche Zuschlagstoffe kommen anstelle synthetischer Materialien zum Einsatz. Die Trennschicht besteht aus Lavagestein, das Regenwasser speichert und so den Sandboden dauerhaft feucht hält.
Auch beim Energieeinsatz denkt der Verein zukunftsorientiert: Eine geplante Photovoltaikanlage soll die Beregnungsanlage mit Strom versorgen und gleichzeitig zur Begrenzung des Reitplatzes dienen. Damit wird nicht nur Plastik vermieden, sondern auch Energie und CO₂ eingespart. Das Projekt zeigt, wie selbst kleinere Vereine mit viel Engagement nachhaltige Infrastruktur innovativ und zukunftsfähig gestalten können.

Verantwortlich: TSV Korntal e.V.
Projektbeschreibung:
Der TSV Korntal e.V. hat sein Vereinsgelände durch einen modernen Fahrradstellplatz mit über 28 Abstellmöglichkeiten nachhaltig erweitert. Direkt vor der Geschäftsstelle und in unmittelbarer Nähe zu den Sportanlagen gelegen, profitieren Mitglieder sowie Besucherinnen und Besucher von kurzen Wegen und hoher Sicherheit beim Abstellen ihrer Fahrräder.
Besonders bemerkenswert: Die vormals genutzte Abstellfläche wurde als ökologische Ausgleichsfläche aufgewertet und mit zwei neuen Bäumen bepflanzt. Damit vereint das Projekt funktionale Infrastruktur mit einem klaren Beitrag zur ökologischen Entwicklung des Vereinsgeländes.
Der neue Fahrradstellplatz ist Teil der umfassenden Neugestaltung der Sportanlage an der Jahnstraße und unterstreicht die nachhaltige Ausrichtung des Vereins.

Verantwortlich: TSV Korntal e.V.
Projektbeschreibung:
Der TSV Korntal e.V. hat seine Infrastruktur modernisiert und eine energieeffiziente Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung in den Umkleidekabinen installiert. Die Anlage sorgt für kontinuierliche Frischluftzufuhr, filtert verbrauchte, feuchte und geruchsbelastete Luft ab und nutzt die Wärme der Abluft, um die Frischluft vorzuwärmen. Dadurch werden Heizenergie eingespart, der CO₂-Ausstoß reduziert und die Betriebskosten langfristig gesenkt. Neben ökologischen Vorteilen profitieren die Sportlerinnen und Sportler sowie Trainer und Betreuer von einem spürbar angenehmeren und hygienischen Raumklima – insbesondere in den Wintermonaten. Zusätzlich minimiert die neue Technik das Risiko von Schimmelbildung und verlängert die Lebensdauer der Vereinsinfrastruktur. Mit dieser Maßnahme setzt der TSV Korntal ein klares Zeichen für Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit im Sport.

Verantwortlich: TV 1861 Rottenburg e.V.
Projektbeschreibung:
Mit dem AirGym 1861 hat der TV 1861 Rottenburg eine moderne und nachhaltige Sportstätte geschaffen. Die überdachte Freilufthalle wurde in Holzbauweise errichtet und mit einer Photovoltaikanlage (25 kWp) ausgestattet. Der dort erzeugte Strom wird vollständig im vereinseigenen Sportvereinszentrum genutzt und trägt so zur Ressourcenschonung bei.
Die sportliche Nutzung des Gebäudes ist sehr vielseitig - von Kursen, über Rehasport, Kindersport, Vereinsveranstaltungen bis hin zu Schul-Kooperationen kann das AirGym 1861 durch den entsprechenden Sonnen- und Regenschutz fast ganzjährig genutzt werden. Zudem stehen ein kleiner Geräteraum sowie eine Musik- und Moderationsanlage zur Verfügung.
Nachhaltigkeit und Regionalität spielten beim Bau eine zentrale Rolle. Der Architektin Nicole Kuhn Adis, die auch als Kursleiterin beim TVR aktiv ist, ist ein optisch und funktional sehr ansprechendes Projekt gelungen. Der WLSB und Toto-Lotto Baden-Württemberg haben dafür die Auszeichnung als „Exzellente Sportstätte“ vergeben.

Verantwortlich: TSB 1847 Ravensburg e.V.
Projektbeschreibung:
Der Turn- und Sportbund 1847 Ravensburg e.V. hat 2023 mit der tws-Arena eine innovative und nachhaltige Lösung für den ganzjährigen Sportbetrieb geschaffen. Die überdachte Freilufthalle ergänzt insbesondere in den Wintermonaten, wenn die Rasenplätze gesperrt sind, den bestehenden Kunstrasenplatz um eine zusätzliche witterungsunabhängige Spielfläche.
Die Halle wird abteilungsübergreifend genutzt und steht auch dem Schulsport zur Verfügung. Darüber hinaus bietet sie durch externe Vermietungen zusätzliche Einnahmemöglichkeiten und steigert so die Attraktivität des Vereins.
Die tws-Arena zeigt beispielhaft, wie durch moderne Infrastruktur eine nachhaltige Nutzung bestehender Flächen ermöglicht wird und gleichzeitig Synergien zwischen Verein, Schulen und weiteren Partnern geschaffen werden können.

Verantwortlich: TSG Seckenheim e.V.
Projektbeschreibung:
Die TSG Seckenheim e.V. hat in nur eineinhalb Jahren eine beeindruckende Transformation im Zeichen der Nachhaltigkeit vollzogen. Ausgehend von der KIPP IT CLEAN-Kampagne und der Unterzeichnung der N!-Charta Sport hat sich eine starke, vereinsweite Bewegung etabliert. Die Mitglieder, Partner und Freunde des Vereins treiben gemeinsam konkrete Projekte voran und schaffen nachhaltige Strukturen und Denkweisen.
Der Verein stellt interne Prozesse sukzessive auf nachhaltige Lösungen um und befindet sich aktuell in einem fortgeschrittenen Zertifizierungsprozess zur Nachhaltigkeit nach dem TÜV-Standard. Gleichzeitig wird auch praktisch vor Ort gehandelt: Die TSG-Turnhalle erhielt moderne LED-Beleuchtung, der Verein beteiligt sich an Aktionen wie dem Stadtradeln oder Wir schaffen was, organisiert eigene Clean Ups mit bisher über 800 kg gesammeltem Müll und bereitet das vierte große Clean Up zum World Clean Up Day im September 2025 vor. Für das Engagement wurde die TSG im Frühjahr 2025 von der Stadt Mannheim als Sauberkeitspate ausgezeichnet.
Weitere Maßnahmen sind die Organisation von Flohmärkten zur Förderung von Wiederverwendung, Patenschaften für Quiz-Aschenbecher an Haltestellen sowie die kreative Weiterverwendung von Sportgeräten: Aus alten Barrenholmen wurden neue Handstandklötze gebaut – ein Projekt, das 2025 mit dem iDEAL Umweltpreis der Stadt Mannheim ausgezeichnet wurde.
Diese Maßnahmen zeigen: Nachhaltigkeit wird bei der TSG nicht als Einzelaktion verstanden, sondern als Teil einer langfristigen Veränderung – sowohl in der Infrastruktur als auch im sozialen Miteinander.

Verantwortlich: Württembergischer Radsportverband e.V.
Projektbeschreibung:
Der Württembergische Radsportverband e.V. (WRSV) hat als Dachorganisation von rund 280 Radsportvereinen mit 25.000 Mitgliedern ein Bildungsprojekt für Grundschulen entwickelt, das gezielt zur Mobilitätswende beitragen soll. Im Rahmen des Wettbewerbs „Sport und Nachhaltigkeit – Den Wandel aktiv mitgestalten“ hat der WRSV ein Unterrichtskonzept mit sechs Doppelstunden rund um das Fahrradfahren erstellt. Dieses wird im Sommer 2025 an fünf Grundschulen modellhaft erprobt.
Ziel ist es, Kinder frühzeitig und spielerisch für das Radfahren im Alltag zu begeistern und ihre Radbeherrschung im Schonraum (z. B. Schulhof) zu fördern. Damit soll das Fahrrad als gesundes, klimaschonendes Verkehrsmittel etabliert und der Grundstein für nachhaltige Alltagsmobilität gelegt werden – losgelöst von klassischer Verkehrserziehung. Die Evaluation erfolgt in Kooperation mit den Ministerien für Umwelt sowie Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg.





